Geistige Übungen

Auch im Westen wird mehr und mehr erkannt, dass Lu- & Lo Jong, Bön und Yoga nicht nur die körperliche und seelische sondern auch die geistige Gesundheit des Menschen im Auge hat. Die geistige Gesundheit ist wiederum ein entscheidender Faktor für die Gesundheit insgesamt. Entspannungs-, Konzentrations- und Meditationstechniken mit dem Ziel, die vollkommene Ruhe des Geistes herbeizuführen, bilden die Krönung jeglicher Lu Jong und Yogapraxis. Geistige Übungen dienen in der heutigen Welt dem Stressabbau, der Bekämpfung von Schlafstörungen und sogar von Unfruchtbarkeit.

Insgesamt gelangt Prof. Dr. Ctibor Dostalek zur Überzeugung, dass Yoga nicht eine Alternative zur Medizin, sonder ein Bestandteil derselben ist. Es gibt z.B. gegen Asthma praktisch keine pharmazeutischen Mittel ohne starke Nebenwirkungen während die Behandlung mit Yoga vollständig ungefährlich ist. Für diese und ähnliche Krankheiten gibt es seiner Auffassung nach auch heute keine wirklich sinnvolle Alternative zu den seit Urzeiten bewährten Yogaübungen.

Lu- Lo Jong, Bön und Yoga sind jedoch auch bei schlimmen und sogar lebensgefährlichen Leiden eine erfolgsversprechende Prävention- und Heilmethode. Von den amerikanischen Kardiologen Herbert Benson und Dean Ornish wurde nachgewiesen, dass Yoga in der primären und sekundären Prävention von Herzinfarkten Herausragendes leistet und wiederum Prof. Dostalek von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften kennt verschiedentlich Fälle, in denen die Multiple Sklerose mit einer sehr intensiven Yoga Praxis angehalten werden konnte.

Yoga ist ein unabdingbarer Bestandteil der ayurvedischen Medizin. Die Bezeichnung Yoga umfasst Verhaltensweisen, Körper- und Atemübungen, bewusste Sinneswahrnehmung und Meditation. Das klassische Yoga ist ungefähr 4`000 Jahre alt und wurde nach dem heutigen Wissensstand in Indien entwickelt. Das Ziel von Lu Jong und Yoga besteht unter anderem darin, durch vollkommene Herrschaft über den Körper den Geist zu befreien. Ursprünglich war Yoga ein in acht Bereiche aufgeteiltes System zur Selbsterfahrung, das zur «erlösenden Erleuchtung» führen soll:

  • Zwei Stufen befassen sich mit Verhaltensweisen, welche die Beziehung des Menschen zu sich selbst und zu seinem sozialen Umfeld regeln.
  • Zwei weitere Stufen bestehen aus Körper- und Atemübungen. Es sind 300 verschiedene Yoga-Haltungen bekannt, die möglichst langsam eingenommen werden. Dabei konzentriert man sich auf das dabei erlebte körperliche Empfinden und versucht, diejenigen Muskeln zu entspannen, die zum Ausüben der Haltung nicht besonders gefordert sind.
  • Die folgenden Stufen enthalten Anweisungen zur inneren Versenkung und Konzentration, eine Art Meditation.

Zur Steigerung des Wohlbefindens oder zur Unterstützung des Heilungsprozesses wird empfohlen, täglich zweimal während 20 oder 30 Minuten Yoga zu üben oder zu meditieren.

Heute wird in Indien die klassische achtstufige Form des Yoga immer noch praktiziert. In Europa ist diese starre Einteilung durch flexiblere Yoga-Formen ergänzt oder ersetzt worden.