Das Geheimnis des langen Ausatmen

Während die Einatmung sowie eine allfällige Atempause der Vorbereitung des Organismus auf eine Anstrengung hinzielen, so erzeugt die Ausatmung eine vegetative Entspannungsreaktion. Aus diesem Grund haben Menschen, die an psychischen Verspannungen leiden in der Regel eine zu kurze Ausatmung. In medizinischen-physiologischen Versuchsreihen konnte gezeigt werden, dass ausschließlich mit einer Verlängerung der Phase der Ausatmung diverse Beschwerden wie chronische Angstzustände, Schlaflosigkeit etc. zum Verschwinden gebracht werden können.

Eine Faustregel im Yoga besagt deshalb: Die Ausatmung sollte immer doppelt so lange dauern, wie die Einatmung. Anfangs lässt sich dies einüben, indem wir innerlich bei der Einatmung langsam von eins bis vier, bei der Ausatmung von eins bis acht zählen. Diese kleine Übung lässt sich ohne weitere Vorbereitung zum Beispiel auf dem Bürostuhl oder auch stehend in der Straßenbahn ausführen. Sie gibt uns ein Gefühl für den richtigen Rhythmus und wenn wir sie regelmäßig mehrmals täglich einige Minuten übern, wird sich dieser gesunde Rhythmus langsam über unsere bisherige Atemgewohnheiten legen und sich automatisch während ruhigen Phasen des Tages und sogar im Schlaf einstellen.